Manchmal habe ich Furcht vor einem neuen Album, weil ich den Künstler so gerne habe und die Erwartungen viel zu hoch sind, so dass der Schuss eigentlich nur nach hinten losgehen kann.

Das neue Album von ClickClickDecker erschien kurz vor meinem Geburtstag im schönsten Monat des Jahres, dem November. Es war das beste Geschenk, das ich in diesem Jahr bekommen habe. Noch nie habe ich mich so schnell so sehr in ein Album verliebt, das gleichzeitig so viel Tiefgang bietet.

Es ist sprachlich wieder ein solches Glanzstück, dass schon im ersten Stück „Mandelika“ so wunderbare Sätze enthält wie: „Mit mir ist heut nicht viel, aber mit dir kann man’s ja machen“. In dem furiosen Finale, fasst er die grenzenlose und bedingungslose Zuneigung dann ganz lapidar zusammen: „Ich weiß einen Scheiß über dich. Das ist bestimmt bedauerlich. Es interessiert mich einfach nicht.“

„Ich fürchte ja, ich fürchte nein.“

Zur Mitte des Album sing Kevin Hamann in „Minutenklopfer“ darüber, wie viel Unsicherheit und Angst in jeder Beziehung steckt, die wir eingehen. „Wenn ich beginne zu vertrocknen und meinen Kopf zum Schatten neige, du dich andauernd wiederholen musst und wird es dann so bleiben? Mit diesem ständigen sich kümmern, sich lautlos sorgen, sich verbiegen? Freude als Gefängnis und die Dinge, die wir lieben. – Ich fürchte ja, ich fürchte nein.“

Aber wie heißt es dann doch in dem letzten Stück der Platte „fast nie eigentlich immer“: „Es gibt nen Grund, warum ich hier bin. Klappt fast nie, eigentlich immer. Und du bist es, was dann los geht und ich warte schon im Schlummer. Es gibt nen Grund, warum ich hier bin. Ein Schmacht auf allen Kanälen. Und auch wenn ich nicht immer ganz klar bin, würd ich dich wieder wählen.“

Großartig. Danke!

Am Arsch der kleinen Aufmerksamkeiten ist erschienen bei Audiolith.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=2_fp3jVrla0
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